Aktuell aus dem Gemeindekirchenrat

22.05.2019
Wegen der Entscheidung zugunsten der “Trauung für alle” hatte Jakob Schander sein Amt niederlegt. (Siehe Gemeindebrief 2/19 Seite 19 )
Für Jakob Schander ist Brigitte Hüstermann als bisherige Ersatzälteste zum stimmberechtigten Mitglied aufgerückt.

__________________________________________________________________________________________________

Öffentliche Sondersitzung des Gemeindekirchenrates zum Thema „Trauung für alle“
vom 9.05.2019

Der Synodenbeschluss der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg vom 22.11.2018, die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zuzulassen, war der Anlass für eine Sondersitzung des Cloppenburger Gemeindekirchenrates mit besonderer Beteiligung der Öffentlichkeit. Den Beschluss erläuterte Kreispfarrer Bertram Althausen aus Delmenhorst, der Mitglied der Landessynode ist. Pfarrer Althausen führte in acht Punkten aus, was den Ausschlag für diesen Beschluss gegeben hat

1. Voraussetzung für eine Trauung ist eine gültige Eheschließung nach staatlichem Recht. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland 2017 die „Ehe für alle“ rechtlich verankert hat, setzte sich die Oldenburgische Kirche (wie auch andere Gliedkirchen der EKiD) mit der möglichen Konsequenz auseinander, standesamtlich getraute homosexuelle Paare zur Trauung zuzulassen.

2. Grundsätzlich gilt: Die Menschen sind von Gott in ihren Eigenschaften, darunter auch ihrer sexuellen Orientierung, unterschiedlich geschaffen, aber von ihm gleich geliebt.

3. Gegen eine Trauung sprechen keine theologischen Gegenargumente. Die Kirche unterstützt jede Beziehung, die auf gegenseitige Liebe, Respekt und Verantwortlichkeit basiert.

4. Der Begriff der „Familie“ verteilt sich heute auf mehr Möglichkeiten des menschlichen Zusammenlebens, vom alleinerziehenden Elternteil über die „Patchwork-Familie“ bis hin zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Die Kirche will Familienleben stärken, wo in verbindlicher und verlässlicher Gemeinschaft bewusst und verantwortlich für den Partner zusammen gelebt wird.

5. Die Trauung ist in der evangelischen Kirche kein Sakrament. Luther nennt die Ehe ein „weltlich Ding“. Die Kirche kommt dem Wunsch eines Paares nach,wenn es den Segen Gottes und die Fürbitte der Gemeinde wünscht.

6. Es gibt somit keinen Unterschied zwischen Ehen hetero- oder homosexueller Paare.

7. Ist Homosexualität biblisch überhaupt gedeckt? Grundsätzlich gilt: Homosexualität ist eine sexuelle Orientierung, die nicht therapierbar ist. Die oft gegen das homosexuelle Zusammenleben aufgeführten Bibelstellen (z. B. Röm 1, 26 f) ächten nicht die Homosexualität, sondern Prostitution und perverse sexuelle Handlungen, wie sie in den Völkern und Religionen der Zeit praktiziert wurden.

8. Zusammengefasst: Die Kirche spendet ihren Trauungssegen da, wo in einer ehelichen Gemeinschaft Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit gelebt wird.

Die Sitzung wurde von vielen Gästen besucht, die sich zum Teil lebhaft an der anschließenden Diskussion beteiligten. Es zeichneten sich mehrere Gruppierungen ab. Neben den uneingeschränkten Befürwortern des Synodenbeschlusses gab es eine Reihe von Besuchern, welche die Anwendung der Begriffe „Ehe“ und „Trauung“ für homosexuelle Paare in Zweifel zogen. „Die Kirche soll sich da heraushalten,“ war der Tenor dieser Stimmen. Darüber hinaus war aus einigen Beiträgen zu entnehmen, dass tiefgreifende Ressentiments und althergebrachte Denkweisen über Homosexualität nicht überwunden sind.

Fazit: Es wurde deutlich, dass es in dieser Thematik weiterhin großen Bedarf an Aufklärung gibt. In dieser Frage gilt für alle Gemeindeglieder und darüber hinaus, ein hohes Maß an Toleranz aufzubringen, zu versuchen, sich in anders Denkende und anders geprägte Menschen hineinzuversetzen und sich sachlich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Siehe auch Gemeindebrief 2/19 Seite 18

Mitten hinein in die Vorüberlegungen zu einer öffentlichen GKR-Sitzung zum Thema ereilte den GKR Cloppenburg die Nachricht, dass ein Kirchenältester wegen der Entscheidung zugunsten der Trauung für alle sein Amt niederlegt. Der Kirchenälteste bat, sein Schreiben als Leserbrief im Gemeindebrief zu veröffentlichen, was wir hiermit tun. Leserbriefe stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Herausgeber dar.
Gemeindebrief 2/19 Seite 19

MT-Bericht zur
öffentliche Sondersitzung des Gemeindekirchenrates Cloppenburg am 09. Mai 2019


Beitrag auf “kirche-oldenburg.de” zu Synode beschließt „Trauung für alle“

__________________________________________________________________________________________________

Öffentliche Sondersitzung des Gemeindekirchenrates Cloppenburg am 09. Mai 2019
Ort: Schwedenheim, Gelbes Haus
Zeit: 19:00 Uhr
Tagesordnung: Trauung für alle

Die Synode der Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg hat am 22. November 2018 beschlossen, die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare zuzulassen.

In der Ev.-luth. Kirche Cloppenburg ist dieser Beschluss teils befürwortend, teils skeptisch bis ablehnend aufgenommen, von Vielen wahrscheinlich auch noch gar nicht zu Kenntnis genommen worden. Dennoch haben kontroverse Auffassungen die Notwendigkeit erkennen lassen, das Thema „Trauung für alle“ in einer öffentlichen Sitzung zu behandeln und insbesondere den genauen Inhalt des einschlägigen Synodenbeschlusses sowie die Hintergründe, die dazu geführt haben, zu erläutern.

Deshalb hat der Gemeindekirchenrat beschlossen, in einer öffentlichen Sondersitzung dieses Thema als einzigen Tagesordnungpunkt zu behandeln. Als Gast konnte Kreispfarrer Bertram Althausen aus

Delmenhorst gewonnen werden. Pfarrer Althausen ist selbst Mitglied der Synode und hat sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Er wird den Beschluss theologisch und sozialethisch begründen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Nach Bekanntwerdung wurde der genannte Synodenbeschluss lebhaft im Gemeindekirchenrat diskutiert. „Seine Mitglieder hatten das Bedürfnis, den Beschluss wirklich zu verstehen“, bekundete Pfarrer Wolfgang Kürschner von der evangelischen Kirchengemeinde Cloppenburg. Man einigte sich, das Thema nicht in einer Gemeindeversammlung, sondern in einer öffentlichen Gemeindekirchenratssitzung zu behandeln. Durch die Öffentlichkeit wird es auch Interessierten anderer Konfesionen ermöglicht, an der Sitzung teilzunehmen. Damit soll unterstrichen werden, dass es sich nicht um ein rein evangelisches Thema handelt, sondern ein allgemeines Interesse an der Diskussion besteht.

Als Referent wurde zunächst Nico Szameitat, theologischer Mitarbeiter im Oberkirchenrat, angefragt, doch kam mit ihm kein Termin zustande. Um so dankbarer ist der hiesige Kirchenrat, dass Pfarrer Althausen als kompetenter Synodaler für die schon länger avisierte Sitzung zur Verfügung steht.

__________________________________________________________________________________________________

– Der in absehbarer Zeit notwendige Abriss des Roten Hauses wirft viele Schatten voraus. So müssen die vielen dort stattfindenden Aktivitäten, von Gruppen des Kindergartens über die Bücherei, die Jugendarbeit und der Diakonieladen, verlegt oder ausgesetzt werden. Der kürzlich ins Leben gerufene Arbeitskreis „Rotes Haus“ mit Pastor Pauly und ausgewählten Kirchenratsmitgliedern wurde beauftragt, die Räume des Gelben Hauses auf deren Nutzbarkeit als Veranstaltungs- und Unterbringungsort zu untersuchen.

– Der Quellstein im Schwedenheimpark soll repariert werden. Am so genannten „Heldensamstag“ (25. Mai 2019) werden Markus, „der Gärtner“, und acht ehrenamtliche Helfer die defekte Brunnenanlage wieder in Schwung bringen.

– Auf der konstituierenden Sitzung der Kreissynode Anfang März in Lohne wurden mehrere Kirchenälteste aus Cloppenburg in verschiedene Ämter gewählt.
Im Einzelnen:

Jürgen Trojahn: Mitglied im Kreisjugendausschuss (Stellv. Anweisender Ältester)

Harry Lüdders: Mitglied im Diakonievorstand (Stellv. Anweisender Ältester)

Dr. Hans-Hermann Lüttich: Mitglied im Kreiskirchenrat (Anweisender Ältester)

Karin Rudoph: Mitglied im Diakonievorstand (Stellv. Schriftführerin & Rechnungsprüferin)

Dr. Klaus Werner: Mitglied im Kreismusikausschuss

Pastor Pauly: Mitglied im Visitationsteam